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Familypark vor Erweiterung: Gemeinderat stimmt deutlich zu

Biberburg © Familypark
Biberburg © Familypark

Der Gemeinderat von Rust hat entschieden: Der Familypark darf wachsen, doch der Streit um die Erweiterung ist damit noch lange nicht beigelegt.

Am 24. Juni 2026 fiel im burgenländischen Rust eine Entscheidung, auf die viele lange gewartet hatten. Der Gemeinderat stimmte mit deutlicher Mehrheit für den Teilbebauungsplan, der die Erweiterung des Familyparks auf einem 1,7 Hektar großen Grundstück namens „Pfarrumriss” ermöglicht. Damit ist ein zentraler formaler Schritt getan, auch wenn die Diskussionen rund um das Projekt damit keineswegs verstummt sind.

Proteste vor der entscheidenden Sitzung

Noch bevor die Gemeinderäte an jenem Abend zusammenkamen, machten rund 50 Unterstützer der Bewegung „No Disneyland” ihrem Unmut Luft. Trotz großer Hitze versammelten sie sich vor einem Lokal in Rust und präsentierten ein 17 Meter langes Faltplakat mit etwa 2.800 Unterschriften. Diese waren im Rahmen der Online-Petition „Rettet das Ruster Hügelland” gesammelt worden. Kurz vor Sitzungsbeginn zogen die Demonstranten dann ins klimatisierte Innere, um die Abstimmung live mitzuverfolgen.

Bürgermeister Gerold Stagl (SPÖ) trug zunächst umfangreiche Unterlagen zum Teilbebauungsplan, den eingebrachten Einwendungen und der Stellungnahme des Landes vor. Anschließend brachte das Forum Zukunft Rust (FZR) einen Gegenantrag ein, der ein sogenanntes „Heritage Impact Assessment” gefordert hätte, wie es auch von der UNESCO für das Welterbe empfohlen wird. Dieser Antrag fand jedoch keine Mehrheit.

Emotionale Wortmeldungen im Gemeinderat

Danach wurde es hitzig. FZR-Gemeinderat Mario Horvath warnte eindringlich davor, das ökologische Gleichgewicht der Gemeinde zugunsten wirtschaftlicher Interessen zu opfern und sprach von unwiederbringlichem Verlust an Naturflächen. Sein Fraktionskollege Markus Hammer kritisierte einen aus seiner Sicht bestehenden Widerspruch in der Planung: Einerseits solle die Sichtbarkeit der Fahrgeschäfte minimiert werden, andererseits sei eine 25 Meter hohe Achterbahn an exponierter Stelle vorgesehen, die erst durch langsam wachsende Bäume kaschiert werden solle. FPÖ-Gemeinderat Christian Ries äußerte zusätzlich Zweifel an den vorliegenden Gutachten und verwies auf ungelöste Verkehrsfragen.

Trotz dieser Appelle fiel die Abstimmung deutlich aus: 14 der 18 anwesenden Mandatare stimmten für die neuen Bebauungsrichtlinien, lediglich FPÖ und FZR votierten dagegen.

Warum der Bürgermeister trotzdem vorsichtig bleibt

Für Bürgermeister Stagl kam das Ergebnis nicht überraschend, schließlich habe sich der Prozess über fast zwei Jahre gezogen und jede prüfende Behörde sei zu einem positiven Ergebnis gekommen. Auch das Abstimmungsverhalten der ÖVP, die im März noch mit Enthaltung gedroht hatte, überraschte ihn wenig. Vollständig zufrieden ist Stagl dennoch nicht: Aufatmen wolle er erst, wenn die Erweiterung tatsächlich funktioniere und die jährlichen Abgaben des Familyparks an die Stadtgemeinde, aktuell 250.000 Euro, spürbar steigen würden.

Auch beim Familypark selbst zeigte man sich nach der Entscheidung erleichtert. Geschäftsführer Felip de Witte betonte, dass der Prozess bereits 2019 begonnen habe und man nun mit der weiteren Planung fortfahren könne. Bei der Umsetzung wolle man eng mit den zuständigen Behörden sowie Vertretern von UNESCO-Welterbe, Landschafts- und Naturschutz zusammenarbeiten.

Der Familypark im Überblick

Der Familypark liegt idyllisch am Neusiedlersee im Burgenland und zählt seit Jahren zu den beliebtesten Ausflugszielen für Familien mit kleinen Kindern in Österreich. Der Park setzt bewusst auf ein überschaubares, kindgerechtes Fahrgeschäftsangebot statt auf spektakuläre Großanlagen und punktet zusätzlich mit weitläufigen Grünflächen, Streichelzoo-Bereichen und thematisierten Spielwelten. Die geplante Erweiterung auf dem Areal „Pfarrumriss” soll das Angebot künftig um neue Attraktionen ergänzen, ohne den familiären Charakter des Parks zu verlieren, so zumindest die Zusicherung der Parkleitung.

Wer mit kleinen Kindern unterwegs ist, findet im Familypark ein Ausflugsziel, das auf genau diese Zielgruppe zugeschnitten ist, ganz ohne stundenlange Wartezeiten oder überfordernde Größe. Die Nähe zum Neusiedlersee ermöglicht zudem eine Kombination aus Parkbesuch und Badetag, was den Ausflug besonders für Familien aus der Region attraktiv macht. Mit der nun beschlossenen Erweiterung dürfte sich das Angebot in den kommenden Jahren weiter vergrößern, ein guter Grund, den Park im Blick zu behalten.

Was denkst du über die Entscheidung des Gemeinderats? Findest du, dass wirtschaftliche Entwicklung und Naturschutz hier in Einklang gebracht wurden, oder teilst du die Sorgen der Protestbewegung? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare!

Quelle: Kronen Zeitung, 25. Juni 2026

Chris

Angefangen hat alles auf der Grand-Canyon-Bahn im Phantasialand. Seitdem wurde die Begeisterung für Freizeitparks und der Flucht aus dem Alltag entfacht. Nun möchte ich Euch zusammen mit dem Team, ein Stückchen Spaß nach Hause bringen.

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