Ein Sommer ohne Achterbahnen und Wasserrutschen: Der Wasser- und Freizeitpark Etnaland im sizilianischen Belpasso öffnet 2026 nicht. Das gab die Parkleitung in einer offiziellen Mitteilung bekannt. Seit Februar ist der größte Freizeitpark Süditaliens bereits geschlossen, nachdem im Rahmen von Ermittlungen zu schwerwiegenden Umweltverstößen eine vorsorgliche Beschlagnahmung des Geländes erfolgt war.
Keine Gefahr für Besucher, aber zu wenig Zeit
In der heutigen Stellungnahme betont das Unternehmen ausdrücklich, dass keine der laufenden Ermittlungen “auch nur indirekt” die Sicherheit von Gästen oder Mitarbeitenden betrifft. Trotzdem sei der Start einer Saison ein komplexer Vorbereitungsprozess, der Wartungsarbeiten, technische Prüfungen, Schulungen und organisatorische Abläufe umfasst. Diese Zeitfenster seien mit einer Öffnung im Jahr 2026 schlicht nicht mehr vereinbar, selbst wenn die Beschlagnahmung überraschend schnell aufgehoben werden sollte.
Für Gewerkschaften, lokale Behörden und natürlich die Belegschaft ist das ein herber Dämpfer nach monatelangen Verhandlungen und Krisensitzungen. Noch vor zwei Wochen gab es nach einem Treffen zwischen der Gewerkschaft Cisal und Präfekt Pietro Signoriello Hoffnung auf eine zumindest teilweise Rettung der Saison. Ein direktes Gespräch zwischen den Gewerkschaften und der Parkleitung, vertreten durch Dr. Francesco Russello, war gefordert worden. Zustande gekommen ist es offenbar nie.
Diese Auflagen fordert die Justiz vom Etnaland
Der von Richter Luigi Barone unterzeichnete Beschlagnahmungsbeschluss nennt vier Bedingungen für eine Rückgabe des Geländes: die vollständige Sanierung von Flächen, die als illegale Deponien genutzt wurden, die Regularisierung der Entsorgungsverträge, den Bau einer Wasseraufbereitungsanlage sowie den Abschluss sämtlicher umwelt- und sicherheitsrechtlicher Genehmigungen. Die Ermittlungen hatten ergeben, dass dem Park sowohl geeignete Aufbereitungsanlagen als auch die erforderlichen Genehmigungen fehlten. Eine einzige Einleitungsgenehmigung der Gemeinde Belpasso war bereits 2019 abgelaufen.
In den vergangenen Monaten hatte das Unternehmen nach durchgeführten Sanierungsarbeiten einen Antrag auf Umweltverifizierung gestellt. Belpasso Bürgermeister Carlo Caputo berichtete jedoch, dass die Metropolstadt Catania weitere Untersuchungen angeordnet habe. Ein Prozess, der offenbar deutlich länger dauert als ursprünglich angenommen.
200 Beschäftigte ohne Saison
Die Ankündigung trifft vor allem den Arbeitsmarkt hart. Rund 200 saisonale und festangestellte Mitarbeitende haben den Park in den vergangenen Jahren Sommer für Sommer zum Leben erweckt. Hinzu kommen zahlreiche Zulieferbetriebe sowie die gesamte Tourismus- und Gastronomiebranche rund um den Ätna, für die Etnaland seit Jahrzehnten ein wirtschaftlicher Motor der Sommermonate war. Die Gewerkschaften, allen voran Cisal, hatten in den vergangenen Wochen wiederholt auf diese Situation aufmerksam gemacht, das Thema landete sogar auf den Bänken des sizilianischen Regionalparlaments Ars.
Die Parkleitung bekräftigt ihrerseits die Bereitschaft zur weiteren Zusammenarbeit mit Behörden und Institutionen, “mit Blick auf eine Wiederaufnahme des Betriebs”, und betont die historische Verwurzelung des Parks in der sizilianischen Region. Für die Mitarbeitenden und ihre Familien steht dennoch eines fest: Diesen Sommer wird es keine Ausflüge nach Etnaland geben.
Das Etnaland im Überblick
Etnaland liegt in Belpasso am Fuße des Ätna auf Sizilien und gilt als größter Wasser- und Freizeitpark Süditaliens. Das Areal kombiniert einen klassischen Freizeitpark mit Achterbahnen und Fahrgeschäften mit einem großzügigen Wasserpark inklusive Rutschen, Wellenbad und Lazy River. Seit seiner Eröffnung hat sich der Park zu einem der wichtigsten touristischen Anziehungspunkte der Region entwickelt und zieht in normalen Jahren zahlreiche Familien aus ganz Sizilien und darüber hinaus an.
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Quellen: Website Etnaland, 13. Juli 2026; La Sicilia, 01. Juli 2026








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