Nach 33 Jahren heißt es Abschied nehmen: Die legendäre Achterbahn Kumba in Busch Gardens Tampa Bay dreht am 02. August 2026 ihre letzte Runde, doch ihr Erbe lebt mit einem mysteriösen Nachfolgeprojekt weiter.
Seit 1993 hat sich Kumba mit ihrem unverwechselbaren Steel-Roar tief in die Herzen von Achterbahnfans eingebrannt. Ihre markanten verschachtelten Korkenzieher zierten über die Jahre unzählige Werbefotos und Videos des Parks. Jetzt ist Schluss: Busch Gardens Tampa Bay hat offiziell bestätigt, dass die Bolliger & Mabillard Achterbahn nach 33 Betriebsjahren endgültig schließt. Wir blicken auf die Geschichte dieser Kult-Attraktion zurück und zeigen dir, was der Park als Nächstes plant.
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Das sagt Busch Gardens Tampa Bay
Auch wenn Kumba in den Ruhestand geht, will der Park die nächste Generation von Achterbahnfans weiter begeistern und die Geschichte von Kumba fortschreiben. Als Teil eines umfassenden Investitionsprogramms von rund 92 Millionen Euro (100 Millionen US-Dollar) kündigt Busch Gardens Kumba’s Revenge an, eine neue Attraktion, die den Park als Floridas Nervenkitzel-Marktführer positionieren und das Gästeerlebnis verbessern soll. Kumba’s Revenge sei eine Erweiterung einer bereits legendären Achterbahn und lasse ihren Geist in einer neuen Ära des Nervenkitzels weiterleben.
Parkpräsident Jon Vigue betonte gegenüber lokalen Medien, dass die Schließung eher als Transformation denn als Abschied zu verstehen sei. Kumba habe Generationen von Nervenkitzel-Fans inspiriert und sich als eine der ikonischsten Achterbahnen der Welt etabliert, während Kumba’s Revenge alles ehren werde, was die Gäste am Original liebten, kombiniert mit einer völlig neuen Stufe des Nervenkitzels.
Details zur neuen Attraktion hält der Park bislang zurück. Unklar ist auch, ob es sich um ein komplettes Retracking der bestehenden Struktur oder um einen völlig neuen Bau handelt.
Ein Rückblick: Die Achterbahn, die Busch Gardens Tampa Bay neu definierte
Man kann kaum überschätzen, was Kumba für Busch Gardens Tampa Bay bedeutete, als sie am 21. April 1993 eröffnete. Entworfen vom Schweizer Hersteller Bolliger & Mabillard, war Kumba nicht einfach nur eine neue Attraktion, sondern eine echte Ansage. Mit 43,6 Metern Höhe und einem ersten Drop von 41,1 Metern wurde sie über Nacht zu Floridas höchster, schnellster und längster Achterbahn und eröffnete mit dem weltweit höchsten vertikalen Loop.
Der Name der Bahn stammt aus einer zentralafrikanischen Sprache und bedeutet „Brüllen“, eine Anspielung auf das markante Rumpeln, das die hohle Stahlschiene erzeugt. Auf ihrer knapp dreiminütigen Strecke schickt Kumba die Fahrgäste mit gut 97 km/h durch einen 41 Meter tiefen Sturz und sieben Inversionen, darunter einen Dive Loop, einen Zero-Gravity-Roll, einen Cobra Roll und die für eine B&M Bahn damals als bahnbrechend geltenden verschachtelten Korkenzieher.
Bereits im Eröffnungsjahr stiegen die Besucherzahlen des Parks spürbar an. Kumba wurde zu einem festen Bestandteil der Golden Ticket Awards von Amusement Today und landete seit Einführung der Auszeichnung 1998 jedes Jahr unter den Top 50 Stahlachterbahnen, mit einer Debütplatzierung auf Rang 4. Heute ist Kumba die drittälteste noch in Betrieb befindliche Bolliger & Mabillard Achterbahn weltweit, hinter Patriot in California’s Great America und Vortex in Carowinds.

Warum der Abschied von Kumba so schwer wiegt
Kumba ist keine gewöhnliche Position auf einer Liste geschlossener Attraktionen. Für viele Achterbahnfans aus Florida war sie ein Übergangsritual der Kindheit und über Jahrzehnte ein persönlicher Favorit. Seit der Schließung von Scorpion im Jahr 2024 war Kumba die älteste noch betriebene Achterbahn des Parks und damit so etwas wie das Aushängeschild des Thrill-Portfolios.
Der Verlust einer Bahn mit derart bedeutendem Erbe wiegt schwer. Es ist das Ende eines Kapitels, das Busch Gardens Tampa Bay einst als ernstzunehmendes Ziel für Achterbahnfans etablierte, neben späteren Attraktionen wie Montu, SheiKra und Iron Gwazi.
Besonderes Gewicht bekommt die Ankündigung durch das Timing. Kumba war erst kürzlich aus einer fast zehnmonatigen Schließung zurückgekehrt. Die endgültige Schließung erfolgt nun weniger als ein Jahr nach dieser Wiedereröffnung.
Was Kumba so besonders machte
- Erste B&M Achterbahn mit Dive Loop und verschachtelten Korkenziehern
- Ein rastloses, nahezu pausenloses Tempo mit sieben Inversionen in unter drei Minuten
- Ein unverwechselbarer Sound: das „Brüllen“ der hohlen Stahlschiene, das Teil der akustischen Kulisse des Parks wurde
- Eine visuell markante Streckenführung, bei der der Lifthill direkt durch die Mitte des vertikalen Loops führt
Die Gründe für die Schließung
- Alter und Wartungsaufwand: Mit 33 Jahren gehört Kumba zu den ältesten noch betriebenen B&M Achterbahnen der Welt. Stahlachterbahnen dieses Alters benötigen zunehmend aufwendige und teure Streckenarbeiten
- Die knapp einjährige Schließung von November 2024 bis September 2025 zeigte bereits, dass reguläre Instandhaltung allein nicht mehr ausreichte
- Die Zugkonfiguration aus dem Jahr 1993 begrenzt realistische Upgrade-Möglichkeiten ohne einen kompletten Neubau
- Mit dem rund 92-Millionen-Euro-Investitionsprogramm hat der Park ein finanziertes Mandat zur Modernisierung, wofür eine in die Jahre gekommene Achterbahn auf attraktivem Gelände ein naheliegender Kandidat ist
- Kumba öffnet täglich erst um 11:00 Uhr, während alle anderen Achterbahnen des Parks bereits bis 10:30 Uhr öffnen, und schließt an den meisten Tagen vor Parkschließung
Warum ist es wichtig, dass alte Attraktionen in den Ruhestand gehen?
Stahl ermüdet, auch wenn er dafür gebaut wurde, jahrzehntelang Millionen von Fahrgästen sicher durch Loopings und Corkscrews zu tragen. Durch die ständige Belastung aus Beschleunigung, Bremsvorgängen und Vibration entstehen im Material mit der Zeit winzige Mikrorisse, die für das bloße Auge zunächst unsichtbar bleiben. Genau dieses Phänomen wird als Materialermüdung bezeichnet, und es betrifft besonders ältere Stahlachterbahnen wie Kumba, die seit über drei Jahrzehnten im Dauerbetrieb sind.
Regelmäßige Inspektionen mit Ultraschall- und Rissprüfverfahren sind deshalb unverzichtbar, um solche Schwachstellen frühzeitig zu erkennen, bevor sie zu einem echten Sicherheitsrisiko werden. Denn man möchte verhindern, dass diese Mikrorisse irgendwann unkontrolliert wachsen und so ein Materialversagen hervorrufen. Wenn du also von langwierigen Schließungen wie der fast einjährigen Pause von Kumba liest, steckt dahinter kein Zufall, sondern verantwortungsvolle Wartungsarbeit, die genau solche Ermüdungserscheinungen im Blick behält. Am Ende profitierst du als Fahrgast direkt davon, denn nur durch diese Sorgfalt bleibt der Nervenkitzel auch nach 33 Jahren noch sicher.
Warst du schon einmal mit Kumba unterwegs oder planst du, dir die letzten Fahrten noch zu sichern? Schreib uns deine Erinnerungen und Erwartungen an Kumba’s Revenge in die Kommentare.
Quellen: Website Busch Gardens Tampa Bay, 15. Juli 2026, Instagram Busch Gardens Tampa Bay, 14. Juli 2026; Wikipedia, 15. Juli 2026





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