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AQUAtoll 2.0: Neckarsulms Traditionsfreizeitbad bekommt eine zweite Chance

© AQUAtoll
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Seit Mai 2022 ist es still geworden im AQUAtoll Erlebnisbad in Neckarsulm. Keine Planschenden, keine Rutschen, kein Chlorgeruch in der Luft. Was wie eine überschaubare kommunale Fußnote klingt, ist für viele Familien in der Region ein echter Verlust. Doch nun zeichnet sich am Horizont so etwas wie Hoffnung ab: Ein privater Investor hat seine Bereitschaft erklärt, das Bad auf eigene Kosten und eigenes wirtschaftliches Risiko wieder zum Leben zu erwecken und gleichzeitig kräftig zu erweitern.

Im Mittelpunkt des Konzepts stehen der Umbau und die Sanierung des bestehenden Erlebnisbades. Ergänzend dazu sind ein Automuseum mit Oldtimern und hochwertigen Automobilen sowie ein Hotel vorgesehen. Klingt nach einem ambitionierten Plan? Ist es auch. Aber der Reihe nach.

PL-IMMOINVEST GmbH übernimmt das Steuer

Hinter dem Vorhaben steckt die PL-IMMOINVEST GmbH aus Beindersheim, vertreten durch Prokurist Piyer Lahdo. Das Unternehmen möchte das frühere Erlebnisbad als “AQUAtoll 2.0” in eine neue Zukunft führen. In einem sogenannten “Letter of Intent” (LOI), also einer Absichtserklärung, bekunden der Investor und die Stadt Neckarsulm ihren gemeinsamen Willen zur weiteren Zusammenarbeit. Als erfahrene Begleiter wurden zwei prominente Mentoren gewonnen: Klaus Grabbe, ehemaliger Baubürgermeister der Stadt Neckarsulm, sowie Ulrich Bechler, der Architekt des ursprünglichen AQUAtoll.

Oberbürgermeister Steffen Hertwig lässt sich seine Freude nicht nehmen: “Das ist eine große Chance, das Erlebnisbad mit neuem Leben zu füllen und wieder zu einem Anziehungspunkt zu machen. Das AQUAtoll fehlt vielen, und deshalb ist die Perspektive der Sanierung heute eine Möglichkeit, die uns allen Hoffnung macht. Das Konzept des Investors ist schlüssig und passt sehr gut ins Profil der Auto- und Bäderstadt Neckarsulm.”

Gleichzeitig dämpft Hertwig zu hohe Erwartungen mit einem gesunden Realismus: Es seien noch viele Hürden zu nehmen, ein Erfolg sei nicht garantiert. Aber, und das ist der entscheidende Satz: “Die Wiedergeburt des AQUAtoll ist greifbar.”

Die Stadt zahlt nichts, das Risiko liegt beim Investor

Das wohl wichtigste Detail des gesamten Konzepts findet sich in einem einzigen Satz der Absichtserklärung: Der Investor trägt das alleinige wirtschaftliche Risiko. Die Stadt trägt weder Investitions- noch Folgekosten. Das klingt zunächst selbstverständlich, ist es aber nicht: Frühere Rettungsversuche für das AQUAtoll sind genau an diesem Punkt gescheitert. Dass nun ein privater Akteur bereit ist, das volle Risiko zu schultern, ist eine bemerkenswerte Wendung in einer Geschichte, die bislang eher nach kommunalem Dauerproblem klang.

Die technische Sanierung ist anspruchsvoll: Badewassertechnik, Kuppel und die Tragkonstruktion im Untergeschoss sollen von Grund auf modernisiert werden. Dabei soll die charakteristische Architektur des Bades erhalten bleiben, also das unverwechselbare Erscheinungsbild, das Bechler einst entworfen hat. Zusätzlich sind Angebote in den Bereichen Gesundheitsprävention und Wellness geplant, und auch der Saunabereich soll in neuem Glanz erstrahlen.

Das AQUAtoll Sportbad ist ausdrücklich nicht Bestandteil des Konzepts und verbleibt in städtischer Hand.

Automuseum und Hotel als Ergänzung

Piyer Lahdo denkt groß: “Das AQUAtoll 2.0 soll alle Altersgruppen erreichen und zusammenführen: Familien, Kinder und Jugendliche, Senioren. Wir schaffen einen Erlebnisraum, wo sich die Generationen treffen können. Mit vielfältigen Spiel- und Unterhaltungsmöglichkeiten wollen wir Kindern und Jugendlichen eine Erlebniswelt abseits der digitalen Räume bieten, in die sie eintauchen und sich wohlfühlen können.”

Das geplante Automuseum soll neben dem Sportbad auf der Westseite errichtet und in den Hang integriert werden. Auf zwei Etagen werden Oldtimer und Sportwagen ausgestellt, ergänzt durch eine Werkstatt sowie einen Gastronomiebereich. Darüber hinaus soll das Museum als Veranstaltungsort für Jubiläen oder Fahrzeugpräsentationen dienen. Neckarsulm als Automobilstadt eine solche Einrichtung zu geben, ist eigentlich eine Idee, bei der man sich fragt, warum sie nicht schon längst umgesetzt wurde.

Das geplante Hotel ist südlich des AQUAtoll-Geländes am Reisachmühlweg vorgesehen. Angedacht sind rund 45 Zimmer sowie ein Veranstaltungsraum auf maximal drei Vollgeschossen.

Was jetzt noch kommt

Ganz wichtig für alle, die jetzt schon Badehosen und Poloshirts für eine Museumsführung aus dem Schrank holen wollen: Der LOI stellt noch keinen abschließenden Projektvertrag dar. Er legt lediglich verbindliche Rahmenstrukturen für die weiteren Verhandlungen fest. In einem nächsten Schritt sollen die Modalitäten für den finalen Projektvertrag einschließlich des Grundstücksverkaufs ausgearbeitet werden. Die Stadt strebt einen Vertragsabschluss in den kommenden Monaten an.

Der Weg ist also noch weit, aber er ist eingeschlagen. Und das, nach über drei Jahren Leerstand, ist schon eine Meldung für sich.

Was denkst du über das Konzept AQUAtoll 2.0? Glaubst du, dass das Projekt Realität wird? Und was wünschst du dir für das neue Erlebnisbad? Schreib es uns in die Kommentare, wir sind gespannt auf deine Meinung!

Quelle: EuroAmusement Professional, 12. Februar 2026

Chris

Angefangen hat alles auf der Grand-Canyon-Bahn im Phantasialand. Seitdem wurde die Begeisterung für Freizeitparks und der Flucht aus dem Alltag entfacht. Nun möchte ich Euch zusammen mit dem Team, ein Stückchen Spaß nach Hause bringen.

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