Universal Studios denkt groß… und schaut Richtung Wüste: Der Freizeitpark-Gigant befindet sich in einer frühen Planungsphase für einen neuen Themenpark in Saudi-Arabien. Sollte das Projekt Realität werden, könnte sich im Nahen Osten ein neues Duell der Giganten anbahnen, denn auch Disney hat die Region längst für sich entdeckt.
Die Universal Studios, ein Teil des Medienkonzerns Comcast, entwickeln derzeit erste Konzepte für einen neuen Park. Finanziert werden könnte das Projekt durch eine staatlich unterstützte saudische Institution im Rahmen eines Lizenzmodells. Dabei würde Universal Inhalte und Expertise bereitstellen, während das finanzielle Risiko hauptsächlich vor Ort getragen würde. Ein Deal, der selbst einen Buchhalter zum Lächeln bringen könnte.
Ein Vertragsabschluss steht allerdings noch aus. Sollte es dazu kommen, reden wir über ein potenzielles Multimilliardenprojekt, das frühestens in den 2030er-Jahren fertiggestellt wäre. Geduld ist also gefragt, was in Freizeitpark-Dimensionen fast schon eine Tugend ist.
Konkurrenzkampf im Nahen Osten
Der Zeitpunkt dieser Investitionen ist kein Zufall. Wohlhabende Länder im Nahen Osten setzen verstärkt auf Tourismus, um ihre Wirtschaft zu diversifizieren und ihre Abhängigkeit vom Öl zu verringern. Disney hat kürzlich die Pläne für einen neuen Park in Abu Dhabi bekannt gegeben. Dieser wird auf Yas-Island, die bereits Formel-1-Strecken, Ferrari-, Warner-Bros.- und SeaWorld-Attraktionen beherbergt und Besuchern somit ein umfassendes Entertainment-Erlebnis bietet.
Auch Universal scheint dieses Modell zu reizen. Comcast-CEO Brian Roberts besuchte vor Kurzem Saudi-Arabien und machte Halt beim gigantischen Entertainment- und Sportprojekt Qiddiya. Genau dort könnte der neue Universal-Park entstehen.
Park-Infos: Qiddiya als Entertainment-Hotspot
Qiddiya liegt rund 40 Minuten südwestlich von Riyadh und entwickelt sich rasant zu einem der größten Freizeit- und Entertainmentzentren der Welt. Ein Park von Six Flags soll dort bereits diesen Monat eröffnen. Zusätzlich entstehen ein „Dragon Ball Z“-Park sowie ein Wasserpark. Universal würde also nicht bei null anfangen, sondern sich in ein bereits ambitioniertes Freizeit-Ökosystem einklinken.
Warum sich ein Universal Studios Qiddiya Besuch lohnen könnte
Universal expandiert derzeit aggressiv im Freizeitparkgeschäft, nicht ohne Grund. Parks bringen höhere Gewinnmargen als viele andere Bereiche des Mediengeschäfts. Das neue Epic Universe in Orlando hat die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Disney deutlich gesteigert. Überträgt man dieses Know-how auf einen Standort wie Qiddiya, entsteht eine spannende Mischung aus modernster Parktechnik, bekannten Marken und regionalem Megaprojekt-Flair.
Universal verfügt über starke Eigenmarken wie „Jurassic Park“, „How to Train Your Dragon“ und klassische Monsterfiguren. Hinzu kommen Lizenzthemen wie „Harry Potter“ und Nintendo. Ob und welche dieser Marken in Saudi-Arabien zum Einsatz kämen, ist offen, Stoff für Spekulationen liefert das aber reichlich.
Chancen und Stolpersteine
Ein Freizeitpark im Nahen Osten bringt besondere Herausforderungen mit sich. Hohe Temperaturen erfordern spätere Öffnungszeiten oder komplett überdachte Attraktionen. Zudem steht das Thema gesellschaftliche Werte immer wieder im Fokus. Nach der Ankündigung des Disney-Parks in Abu Dhabi gab es Kritik an der Zusammenarbeit mit Ländern, die westliche Normen etwa in Bezug auf LGBTQ-Rechte nicht teilen.
Gleichzeitig ist der Markt verlockend. Amerikanische Entertainment-Konzerne haben in der Region bisher vergleichsweise wenig verdient. Lizenzmodelle ohne hohe Anfangsinvestitionen senken das Risiko erheblich. Disney betonte bereits, dass der Park in Abu Dhabi vom ersten Tag an zum Gewinn beitragen soll. Ein Argument, das auch Universal gefallen dürfte.

Ein früherer Versuch von Universal, im Jahr 2008 mit „Universal Studios Dubailand“ in den Nahen Osten einzusteigen, scheiterte an der Finanzkrise. Geblieben ist damals nur ein imposantes Eingangsportal und eine Lektion in Geduld.
Was meinst du: Ist Saudi-Arabien der nächste große Freizeitpark-Hotspot oder ein zu riskantes Pflaster für westliche Parkkonzepte? Schreib deine Meinung gern in die Kommentare.
Quelle: Wall Street Journal, 19. Dezember 2025





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