ThemePark-Central.de

Parques Reunidos vor dem Verkauf: Steht der spanische Freizeitpark-Riese vor einem Eigentümerwechsel?

(c) Parques Reunidos
(c) Parques Reunidos

Ein Immobiliengeschäft in Milliardenhöhe könnte schon bald die Freizeitpark-Landschaft Europas durcheinanderwirbeln. Der Finanzinvestor EQT hat laut übereinstimmenden Marktberichten die US-Bank JPMorgan beauftragt, einen Verkauf von Parques Reunidos vorzubereiten. Du liebst Achterbahnen und Freizeitparks? Dann solltest du diese Meldung genauer verfolgen, denn hier bewegt sich einer der größten Player der Branche.

Was ist mit Parques Reunidos geplant?

EQT hat JPMorgan mit der Vorbereitung eines Verkaufs von Parques Reunidos beauftragt. Die Transaktion könnte den Konzern mit rund 1,7 Milliarden Euro bewerten. Der Prozess befindet sich noch in einer frühen Phase, doch schon jetzt werden namhafte Interessenten gehandelt, darunter Industriebetreiber wie Merlin Entertainments und die Compagnie des Alpes. Damit rückt der Betreiber des Parque de Atracciones de Madrid und des Parque Warner erneut ins Rampenlicht der Investoren.

Mehrere von der spanischen Wirtschaftszeitung EXPANSIÓN befragte Marktquellen bestätigten die Information. EQT und JPMorgan wollten sich offiziell nicht dazu äußern. Wer am Ende tatsächlich mitbieten wird, ist also noch offen, während die Bank die Details des Verfahrens ausarbeitet.

Pikant wird das Ganze durch eine zusätzliche Entwicklung aus Madrid: Die Ausschreibungsunterlagen der Stadtverwaltung verpflichten den künftigen Betreiber des Parque de Atracciones de Madrid dazu, in den ersten drei Jahren der Konzession Investitionen von 15 Millionen Euro zu tätigen. Das dürfte die Bewertung der spanischen Assets im Bieterprozess durchaus beeinflussen.

Parques Reunidos im Überblick

Parques Reunidos ist Spaniens führender Freizeitpark-Betreiber mit Sitz in Madrid und betreibt mehr als 30 Freizeiteinrichtungen in insgesamt zehn Ländern. Zum Portfolio zählen unter anderem der Parque de Atracciones de Madrid, der Parque Warner, der Zoo Aquarium, Faunia, das Atlantis Aquarium, mehrere Aquópolis-Standorte sowie Movie Park Germany, Tropical Islands, Mirabilandia, Bobbejaanland, Slagharen und TusenFryd. Damit dürfte auch dir mindestens ein Park aus diesem Portfolio bekannt vorkommen, denn Movie Park Germany gehört hierzulande zu den beliebtesten Zielen für einen Freizeitpark-Ausflug.

Der Konzern verdient sein Geld vor allem über Eintrittsgelder und Saisonpässe, ergänzt durch Einnahmen aus Gastronomie, Shops, Merchandising, Zusatzangeboten und Übernachtungsmöglichkeiten an einigen Standorten. Nach dem Verkauf des US-Geschäfts an Herschend ist die Gruppe heute in neun europäischen Ländern sowie in Australien aktiv und erzielt laut den Marktquellen einen Jahresumsatz von rund 530 Millionen Euro bei einem EBITDA von über 170 Millionen Euro. Die USA waren früher der wichtigste Einzelmarkt und machten fast 35 Prozent des Gesamtumsatzes aus.

Ein Blick auf die Zahlen

Die aktuellen Geschäftszahlen zeigen einen kleineren, aber effizienteren Konzern. Der Umsatz lag 2025 bei 550 Millionen Euro, ein Rückgang von 4,7 Prozent auf vergleichbarer Basis, wobei höhere Ausgaben pro Besucher die leicht gesunkenen Besucherzahlen teilweise ausglichen. Der ausgewiesene Umsatz brach wegen des US-Verkaufs um 36 Prozent ein, während die Betriebskosten um 11 Prozent sanken, die Kosten fielen also schneller als die Erlöse.

Spanien erwirtschaftete 196 Millionen Euro, Deutschland 172 Millionen Euro, Italien 49 Millionen Euro, die Niederlande 33 Millionen Euro, Belgien 27 Millionen Euro und Norwegen 26 Millionen Euro. Spanien und Deutschland stehen damit für rund zwei Drittel des Konzernumsatzes, was Deutschland als Standort besonders interessant macht. Die Investitionsausgaben lagen 2025 bei 62 Millionen Euro und damit 22 Prozent unter dem Vergleichswert.

Die Vorgeschichte des Deals

EQT übernahm 2019 über ein öffentliches Übernahmeangebot der Vehikelgesellschaft Piolin BidCo die Kontrolle bei Parques Reunidos. Auch die Corporación Financiera Alba und die belgische Holdinggesellschaft Groupe Bruxelles Lambert stiegen damals ein. Heute hält EQT 52 Prozent, Alba 25 Prozent und GBL 23 Prozent der Anteile.

Beim Einstieg von EQT wurde das Unternehmen mit einem Unternehmenswert von 2,085 Milliarden Euro bewertet. Der schwedische Investmentmanager steckte 6 Prozent seines EQT Infrastructure IV Fonds in die Übernahme, der 2019 insgesamt 9 Milliarden Euro eingesammelt hatte. Rund 540 Millionen Euro investierte EQT dabei direkt in das spanische Unternehmen, mögliche Ko-Investitionen nicht mitgerechnet.

Die Anteilseigner haben bereits einige Gewinne über Verkäufe realisiert. Anfang letzten Jahres verkaufte Parques Reunidos sein US-Geschäft für rund 1 Milliarde Euro an Herschend. Zudem ging Belantis in Deutschland für etwa 22 Millionen Euro an die Compagnie des Alpes. Nach dem US-Verkauf refinanzierte die Gruppe ihre Restschulden zu besseren Konditionen und schüttete eine Dividende an die Aktionäre aus.

Parques Reunidos hat also vor einem möglichen Verkauf ordentlich aufgeräumt: Assets verkauft, Schulden refinanziert und den geografischen Fokus geschärft. JPMorgan kann potenziellen Käufern damit eine schlankere und fokussiertere Freizeitpark-Gruppe präsentieren. Ob am Ende tatsächlich ein Deal zustande kommt und wer den Zuschlag bekommt, bleibt vorerst offen, ebenso wie die Frage, wie sich die neuen Investitionsauflagen in Madrid auf die Bewertung auswirken werden.

Quelle: Russpain, 24. September 2026

Chris

Angefangen hat alles auf der Grand-Canyon-Bahn im Phantasialand. Seitdem wurde die Begeisterung für Freizeitparks und der Flucht aus dem Alltag entfacht. Nun möchte ich Euch zusammen mit dem Team, ein Stückchen Spaß nach Hause bringen.

Schreibe einen Kommentar